„Reichtum und heißes Wasser für alle” spürt Mythologien, Philosophien und Politikrichtungen nach. Das Stück mischt Legenden und Zitate und vergleicht sie mit der augenblicklichen Realität in unserer Gesellschaft. Leben in Brüssel ähnlich fehlbare Götter wie auf dem griechischen Olymp? Wartet Europa auf einen Deus ex machina, der alles richten soll? Liegt Papst Franzikus mit Marx unter einer Decke, weil er im westlichen Kapitalismus eine menschenverachtende Gegenreligion erblickt? Was meint Aristoteles mit der Behauptung, dass Glückseligkeit prinzipiell erreichbar sei?

Die Diskussion um Mindestlohn und bedingungsloses Grundeinkommen ist mitnichten eine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Seit 2.500 Jahren wird davon geträumt.

Zum Stück

Chremylos

In Aristophanes Komödie Plutos geht es um die Verteilung von Besitz. Der Handwerker Chremylos lebt in Armut, während zahlreiche Verbrecher immer größere Vermögen anhäufen. Er wendet sich an das Orakel von Delphi, um zu erfahren, ob sein Sohn vom Weg der Tugend abkommen soll, um ein besseres Leben als sein Vater zu führen. Er erhält den Rat, dem ersten Menschen, der ihm beim Verlassen des Tempels über den Weg läuft, zu folgen. Er trifft auf Plutos, den Gott des Reichtums. Weil der blind ist, sieht er nicht, wie ungerecht er seine Gaben verteilt. Um das zu ändern, lässt ihn Chremylos auf Drängen seines Sklaven Karion im Tempel des Asklepios heilen.

 

Penia

Penia, die Göttin der Armut, versucht diese Operation zu boykottieren und wird von Karion erwischt. Sie gesteht, dass sie sich um ihre Existenzberechtigung fürchtet. Ein Rededuell zwischen Penia und Karion entspinnt sich. Dem Sklaven und auch den Zuschauern versucht sie die Armut schmackhaft zu machen. Was hielte die Welt am Laufen, wenn nicht der tägliche Zwang, den Lebensunterhalt aufzubringen?

 

Plutos

Ungestört führt die OP jedoch zum gewünschten Erfolg und Plutos sorgt umgehend dafür, dass die Armen reich werden. Die ungerechte Verteilung der Güter hat ein Ende. Zu Ehren Plutos wird der Tempel des Apollon in Plutos-Tempel umbenannt und die zeternde Penia verjagt.

 

Umsturz

Doch welche Folgen bringt die neue Zeit? Diejenigen, die bisher gearbeitet haben, pflegen nun den Müßiggang, und jene, die sich bisher bedienen ließen oder schmarotzten, sind mittellos. Selbst ein Priester beklagt, dass den Göttern nicht mehr geopfert werde, da es nun ja allen gut gehe. Dass auch nach dem Umsturz Karion ein Sklave bleibt, beweist, dass die gesellschaftliche Umwälzung der Verhältnisse nicht ganz unverdächtig ist. Ist Armut vielleicht doch gewollt?

 

Wirklich?

Der durchs Stück führende Erzähler Narrativ versucht manch eine Bühnenphantasie auf den Teppich zurückzuholen. Aber die Frage, ob Gesellschaften funktionieren, wenn Beziehungen nicht mehr auf finanzieller Abhängigkeit basieren, vermag auch er nicht gänzlich zu beantworten. Vielleicht gelingt es ja den Zuschauer*innen.

Cast:

REICHTUM UND HEISSES WASSER FÜR ALLE
(sehr frei nach Aristophanes, 500 v. Chr.)

BUCH, REGIE UND KÜNSTLERISCHE LEITUNG
Thomas Alexander Nufer 

PROJEKTTRÄGER
Jugend- und Bildungswerk des Ev. Kirchenkreises Münster

GESAMTLEITUNG
Jens Dechow

 

DARSTELLER


SKLAVIN KARION
INFLUENCERIN
Lara Albert 

CHREMYLOS, PLASTIKFLASCHENDREHER
ZEUSPRIESTER
Eckhard Ischebeck 

PENIA, GÖTTIN DER ARMUT
PÃPSTIN FRANZISKA
Christiane Hagedorn

PLUTOS, GOTT DES GELDES
KARL MARX
Stefan Naszay

NARR ATIV
Martin Schlathölter

CHORFÜHRER
Jurij Berges-Maas

ISMET, REICHENSPRECHER, PARTYGAST
Ahmad Dimassi

ARISTOTELES
Markus von Hagen

KRATEOS, INFLUENCER
Noah Kormann

PROFESSOR DOKTOR SCHRAMM
Prof. Friedrich Ischebeck

VOLKER, PARTYGAST, INFLUENCER
Sven Rheindorf

REICHENSPRECHER, 2. PARTYGAST
Adrian Kiahaschemi / Sven Rheindorf

MICHAELA
Brigitte Thomas

RAINER
Thomas Oettinger

CHOR DER PLASTIKSCHÜRFER
Ilona Blobaum 
Christina Döhnert
Claudia Fiedler
Dorothee Gerding
Lielo Gummersbach
Claudia Krallmann
Brigitte Thomas
Adrian Kiahaschemi
Andreas Matussek
Dr. Ryszard Moroz
Thomas Oettinger
Sven Rheindorf
Wolfhart Wenger

CHORLEITUNG
Jurij Berges-Maas

BÜHNE, TON, SOUNDABMISCHUNG
Willi Landsknecht

KLAVIER, MUSIKDRAMATURGIE
Robert Below   

MEDIENENTWICKLUNG, FILMBEARBEITUNG, TECHNIK
Yochanan Rauert 

ASSISTENZ, REQUISITE
Sarah von Holtum

BüHNENBAUASSISTENZ, MAINTENANCE
Bastian von Holtum

KOSTÜMBERATUNG
Nathalie Jakob

CHOREOGRAFIE
Tomasz Zwozniak

TEASER, FILM UND FILMSCHNITT
Cedric Hildebrandt 

STIMMEN AUS DEM OFF
Georgios Tsakalidis, Sandra Berges-Maas

 

DESIGN
Thomas Nufer

WEBSITE
Lion Hildebrandt

ILLUSTRATIONEN
Omar Ayobi

KOMMUNIKATION
Christina Döhnert

BERATUNG PLASTIKVERARBEITUNG
Roger Bücker

HOSPITANZ
Lucas von Staden

TECHNIKVERLEIH, BERATUNG
citysound1000, Albert Uhr
AE Rental, Peer Hölscher
Doc Heyne

EISHALLEN-SERVICE
Schülerinnen und Schüler der Geistschule Münster
Auszubildende der Ev. Ausbildungsstätte des Münsterlandes 
für pflegerische Beruf
Menschen mit Erfahrung der Obdachlosigkeit

AUFFÜHRUNGSORT
ehem. Eissporthalle Münster

 

FÖRDERER
Fonds Soziokultur
Stadt Münster, Kulturamt und Friedensbüro
Gewerkschaft ver.di
Paritätischer Münster
Sparkasse Münsterland-Ost
Stiftung Evangelischer Kirchenkreis
Hans-Joachim Bierbaum, Leoland GmbH & Co
Ev. Stiftung Protestantismus und Kultur
Ev. Erwachsenenbildungswerk Westfalen-Lippe
Condor Gerüstbau Hermann Brück

ORGANISATORISCHE UNTERSTÜTZUNG
Condor Gerüstbau Hermann Brück
Hauptschule Geist Münster
Ev. Ausbildungsstätte des Münsterlandes für pflegerische Berufe
Straßenmagazin ‚draußen!‘

BESONDERER DANK
Susanne Jostameling
Erik Biembacher und seinen „Sozialpalast”
Die Gruppe „Kaum ein Vogel” mit ihrem Song „Freiheit der Natur”
Saeid Samar und Freunde

Danke für die Unterstützung: